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An Weihnachten allein, einsam und traurig?
Meine Tipps gegen die "Lonesome-Christmas-Depri"...

Immer mehr Menschen fühlen sich an Weihnachten einsam (jetzt in Corona-Zeiten sicher noch mehr, als sonst), denn Weihnachten ist für viele DAS Symbol von Zweisamkeit, Familientreffen, Geborgenheit und Nächstenliebe. Da es heute aber immer mehr Singles gibt, jede dritte Ehe geschieden wird und Familien oft auch nicht mehr das sind, was wir uns darunter eigentlich vorstellen würden, haben viele an Weihnachten das Gefühl, alleine und einsam zu sein - vielleicht sogar, nicht geliebt, gebraucht und beachtet zu werden.
Falls es Euch so gehen sollte, könnt Ihr sicher sein: mit diesem Gefühl seid Ihr bei weitem nicht alleine. Das ist natürlich nur ein schwacher Trost. Aber es ist in der Tat in einer solchen Situation wichtig, sich klar zu machen, dass es auch vielen Anderen so geht, dass diese Tage vorbei gehen und dass man sich niemals selbst für dieses einsame Gefühl die Schuld geben und sich schon gar nicht selbst verurteilen sollte – denn das ist keine Frage von Schuld und hat auch nichts mit Versagen oder ähnlichem zu tun (was man schon daran erkennt, dass es Millionen Menschen so geht).

Tipps gegen Weihnachts-Depri

Wenn man sich an Tagen wie Weihnachten (aber auch Silvester, Geburtstag etc.) einsam fühlt, ist es wichtig, die Situation so anzunehmen, wie sie ist. Man sollte sein Gefühl der Einsamkeit und Traurigkeit nicht verdrängen. Man darf und sollte ruhig mitfühlend mit sich selbst sein, in sich hineinfühlen, sich ruhig mit Selbtgesprächen selbst etwas vorjammen (und zugleich trösten) und sich ansonsten möglichst viel Gutes tun. Man sollte aber zugleich versuchen, sich nicht in zu viel Selbstmitleid und Melancholie hineinzusteigern.

Am besten sollte man versuchen, sich durch entspannende Aktivitäten (Spazierengehen, Lesen, Musikhören, ggf. Sport, Yoga, Meditation, Gebete etc.) abzulenken.

Falls Ihr gute Freunde habt, könnt Ihr diese auch fragen, ob ihr an Weihnachten mit ihnen telefonieren könnt (besuchen ist ja wegen Corona derzeit schwierig und nicht unbedingt ratsam). Natürlich will man an Weihnachten niemanden stören und man sollte sich auch nirgends aufdrängen, aber gute Freunde werden zumindest darauf eingehen können, wenn man ihnen von der eigenen Einsamkeit erzählt. Deshalb braucht man keine falsche Scham haben, guten Freunden zu erklären, dass man sich einsam fühlt und gerne wenigstens telefonieren würde. Vielleicht freuen sie sich ja sogar ebenfalls darüber.
Aber man sollte sich auch nicht davon runterziehen lassen, wenn sie keine Zeit haben. Für die meisten Menschen ist es nun mal ein festes Ritual, die Feiertage mit der eigenen Familie und/oder dem Partner zu verbringen und sie können sich dann nicht so leicht die Zeit für Freunde nehmen. Wenn dem so ist, ist das keinesfalls böse oder abwertend gemeint, sondern ist lediglich diesem festen "Ritual" geschuldet, dem viele Menschen an den Festtagen nachgehen. Aber andererseits haben viele Menschen diese Rituale eben auch gerade NICHT (oder mögen sie nicht) und würden sich selbst über etwas Abwechslung freuen. Deshalb sollte man Freunde ruhig danach fragen, ob sie mal ein Stündchen Zeit haben. Fragen kostet nichts!

Ansonsten kann man sich, sofern in Eurer Gegend möglich, sogar auch einen Ruck geben und abends in die örtliche Fußgängerzone zum Bummeln gehen. Es kann nämlich helfen zu sehen, dass es auch andere Menschen gibt, die alleine Unterwegs sind. Und vielleicht ja sogar der neue Traumpartner... ;-)
Wenn man möchte, kann man natürlich auch in die Kirche gehen, vielleicht Veranstaltungen oder Angebote von Kirchen, Gemeinden, Caritas etc. annehmen (soweit das corona-technisch dieses Jahr möglich ist). Dazu kann man einfach mal in der Zeitung oder bei Google schauen, welche Angebote es vor Ort gibt.

Wenn es Euch sehr schlecht geht, sollte es Euch nicht unangenehm oder “zu blöd” sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Natürlich könnt Ihr jederzeit bei mir anrufen, sofern ich erreichbar bin, aber scheut bitte im Bedarfsfall auch nicht davor, eine der kostenlosen Rufnummern der Telefonseelsorge zu wählen:
0800 1110111 (evangelisch) oder 0800 1110222 (katholisch) bzw. 142 in Österreich und 143 in der Schweiz.

Im Notfall bzw. wenn es Euch extrem schlecht geht, könnt Ihr Euch auch jederzeit an eine psychiatrische Klinik oder auch an die Notrufnummer 112 wenden.
Viele weitere Krisen-Rufnummern findet Ihr auf meiner Webseite unter "Sonstiges | Krisen-/Notfallnummern".


Ich wünsche Euch von Herzen, dass Ihr ein schönes Weihnachtsfest feiern und es genießen könnt!